Frühjahr, das Frühjahr ist meine liebste Jahreszeit. Es sprießt, grünt und blüht. Aber im Verlauf der Jahreszeiten wird die Pflege des Gartens mehr zur Alltäglichkeit. Deshalb kamen folgende Gedanken:
- keine Gießkannen schleppen
- keinen Schlauch aus/einrollen
- und vor allem – Wasser sparen
Der ambitionierte Programmierer sagte: „Das geht.“ Und legte schon einmal los. Ich wurde verantwortlich für ein Tropfbewässerungssystem - grobe Planung, Auslegung der Tropfer, Schläuche, Ecken und Kanten ;-)
Derweil wusste ich aus meinen frühjährlichen Erfahrungen, dass auf das Hochbeet (1mx2m) morgens und abends jeweils 20L kommen, also 40L pro Tag - an besonders heißen Tagen sogar noch mehr. (Weitere Gartenfläche ist hier nicht wichtig und wird im weiteren Verlauf des Textes nicht mehr erwähnt - trotzdem sie vorhanden ist.)
Ich freute mich auf etwas in smart. Ich würde nur noch auf mein Handy tippen müssen, und schon wird bewässert. Korrektur: betropft. Jedoch weit gefehlt, es wurde besser, viel besser.
Die Benutzeroberfläche von MQTTDash kannte ich bereits. Ich erwartete folgende Kacheln:
- Ad hoc an/aus
- max. Volumen
- geliefertes Volumen
Zusätzliche Sicherheit brachte die Kachel:
- max. Dauer
Es funktionierte, ich war sehr zufrieden. Das max. Volumen legten wir fest. Wir sparten bereits Wasser. Täglich legte ich meinen (nicht ganz) grünen Daumen auf das Erdreich. Aber es stellten sich weitere Fragen:
- Wie viele Tropfer sind im Hochbeet notwendig? Pro Pflanze einer?
- Wenn ja: Was geschieht mit der trockenen Erde zwischen den Pflanzen?
- Können wir das max. Volumen noch weiter reduzieren?
Die einzige Antwort lautete: "Es ist gut, aber es geht besser". Feuchtigkeitssensoren (2 Stück) sollten uns genauere Auskunft geben. Das taten sie auch. Aber wollte jemand ständig die Sensoren überprüfen? Ich nicht.
Eine Regelung wird gebraucht. Nur dann ist es smart genug. Zu den oben genannten Vorteilen 1-3 kamen weitere hinzu.
- Wetterumschwünge, Sonne und Hitze, Regen - nichts bräuchte uns beirren.
- Urlaub oder Krankheit, noch nicht einmal ein hohes Alter würden die Freude an einer Gartenfläche einschränken.
Meine ersten Erfahrungen mit Feuchtigkeit messenden Sensoren zeigten mir, dass ein und derselbe Sensor in ein und demselben Hochbeet sehr unterschiedliche Feuchtigkeitswerte messen kann - abhängig von leicht unterschiedlicher Dichte des Erdreichs, der Wuchsform und Größe von Pflanzen etc. Also beobachtete ich genau, wir machten viele kleine "Feldversuche" und kamen zu folgendem Ergebnis. Ein häufigeres Umstecken der Sensoren bringt nicht viel - außer Verwirrungen.
Meine Empfehlungen:
- Tropfer, Sensor und Pflanze bilden ein Dreieck (wenn Tropfer, Pflanze und Sensor in einer Linie liegen, so bilden die beiden äußeren einen zu großen Abstand)
- Tropfer mit einstellbarer Durchflussmenge lassen sich für Pflanzen mit unterschiedlichem Wasserbedarf einstellen. Hier haben die meisten Tropfer eine Durchflussmenge von 1L/h. Moment, das hört sich viel an, aber die Regelung schaltet die Betropfung schon nach wenigen Minuten wieder aus.
- Die beiden Schaltschwellen liegen nur um 3% auseinander. Dieses bewirkt das frühe Ausschalten per Regelung. Das ist das Ziel! Es läuft kein Wasser in das tiefere Erdreich.
- Sind die Feuchtigkeitswerte zweier Sensoren auffällig unterschiedlich, so "helfe" ich nach, indem ich das Erdreich an einem Sensor etwas auflockere oder das Erdreich am anderen Sensor ein wenig festdrücke. Alles andere sieht in einer Grafik sehr unschön aus. Für bessere Lösungen bräuchten wir Laborbedingungen. ;-)
- Habe den Mut, deinen Pflanzen weniger Wasser zu geben! Ungesundes Blattwerk brachte mich anfangs dazu, die Tropfmenge zu erhöhen. Das war falsch. Es verfaulten nur die Fruchtansätze der Gurkenpflanze. Das war die Phase, in welcher ich die Einstellung der Sperrzeit sehr zu schätzen wusste. Es ist wie bei Schmuck - weniger ist mehr.
- Habe Vertrauen in die Regelung, sie schaltet verlässlich ab dem unteren Schwellenwert ein. :-)
Zur Sammlung dieser Erfahrungen hatte ich häufig den Daumen, seltener die Finger und einmal sogar den Unterarm im Erdreich. :-) Besser geht nicht und war auch nicht notwendig. Viel Erfolg
P.S. Inzwischen verbrauchen wir nur noch 20L/24h bei 30-40°C Außentemperatur. Das ist maximal die Hälfte des vorherigen Verbrauchs.